Autogastechnik im Detail

 
Der Autogas-Tank

Der druckfeste Behälter besteht aus etwa 3,5 mm starkem Stahl. Zusätzlich sind die Tanköffnungen mit einem Rohrbruch- und einem Rückschlagventil ausgestattet. Diese schließen sofort, sollte die Gasleitung oder Füllleitung beschädigt werden, und verhindert in Sekundenbruchteil, dass Autogas ausströmt. Armaturen und automatische Füllstop sorgen dafür, dass sich kein unzulässiger Druck im Tank aufbauen kann. Das Fassungsvermögen liegt je nach Durchmesser und Länge bei 45 bis 120 Litern. Das verflüssigte Gas wird bei einem Druck von etwa 8 bar (zum Vergleich: Erdgas ca. 200 bar), abhängig von der Außentemperatur, im Tank gelagert. Dies ermöglicht schon mit relativ kleinen Autogas-Tanks große Reichweiten.

Der Autogas-Tank besitzt verschiedene Armaturen zur Befüllung, Entnahme und Anzeige des Füllungsgrades sowie zur Sicherheit gegen unzulässigen Druckanstieg. Er wird i.d.R. Im Kofferraum montiert. Es gibt aber auch die platzsparende Lösung in Form eines Reifens, der dann in der Reserveradmulde untergebracht wird. Bei Kleintransportern kann der Autogas-Tank hinter den Sitzen, auf dem Dach, auf oder unter der Ladefläche installiert werden. Auch Unterflurmontagen sind möglich.

Jeder einzelne Tankbehälter, der in den Handel gelangt wird einer sorgfältigen Prüfung unterzogen und vom Hersteller mit einer fortlaufenden Nummer versehen. Jeder installierte Autogas-Tank durchläuft eine umfangreiche Sicherheitsprüfung. Die bestandene Prüfung wird mit einer Prüfbescheinigung bestätigt.

Der Armaturenkasten

Er ist Bestandteil des Tankbehälters und enthält Armaturen wie elektromagnetisches Absperrventil, Anzeigeinstrument, Füllstutzen und Überdruckventil. Der Armaturenkasten schätzt diese vor Beschädigungen.

Das elektromagnetische Absperrventil dient dazu, die Gasentnahme aus dem Tank bei abgeschaltetem Motor zu sperren. Das Anzeigeinstrument gibt Auskunft darüber wieviel verflüssigtes Gas sich noch im Tank befindet.

Die Entnahmeleitung

Durch Sie gelangt das verflüssigte Autogas vom Tankbehälter zum Motor.
  Die Absperrventile

Sie ermöglichen das problemlose Umschalten auf den jeweiligen Kraftstoff, Autogas oder Benzin. Ein Absperrventil unterbricht die Benzinzufuhr bei Gasbetrieb, das andere die Gaszufuhr bei Benzinbetrieb zum Motor. Beide arbeiten auf elektromagnetischer Basis. Die Absperrventile sind vom Armaturenbrett aus zu bedienen.

Der Verdampfer-Druckregler

Der Verdampfer-Druckregler hat drei Funktionen: Erwärmung und Verdampfung des verflüssigten Gases, Druckreduzierung des Gases sowie die Steuerung der Gasmenge, die der Motor in den verschiedenen Lastbereichen benötigt. Aus dem Verdampfer-Druckregler tritt das Flüssiggas rein gasförmig aus.

Der Mikroprozessor

Er misst und regelt den Gasdurchsatz. Das eigene Überwachungs- und Diagnosesystem kann hierbei, unter Berücksichtigung der verschiedenen Eingangssignale und der vorgegebenen Zustandstabellen, Selbstkorrekturen durchführen.

Das LPI-System

Dieses Einspritzsystem für Autogas in der Flüssigphase macht den Verdampferdruckregler überflüssig. Eine im Behälter untergebrachte Pumpe sichert in Verbindung mit dem Druckregler den konstanten Druck der Flüssigphase vor den elektromechanischen Einspritzdüsen.

Entsprechende Weiterentwicklungen gibt es auch für den reinen Autogasantrieb, der besonders für Nutzfahrzeuge wie Lkw oder Busse die Chance bietet, den Dieselantrieb durch emissionsarme Motoren zu ersetzen.

Die Multi-Point-Gaseinspritzung

Hierbei handelt es sich um Trockengaseinspritzssysteme. Das System basiert auf einer vom Schrittmotor gesteuerten Dosiereinrichtung (Verteiler), die an einem Verdampfer mit Druckregler angeschlossen ist. Der Gasdurchfluss wird an der Dosiereinrichtung zentral aufgeteilt und von dort bis kurz vor die einzelnen Einlassventile des Motors geleitet.

 

 

© Autogaszentrum Simmern GmbH, 2010